Neugestaltung des Bahnübergangs

Jetzt braucht es Klarheit, Alternativen und Beteiligung

In Laxenburg wird seit Dezember über ein großes Infrastrukturprojekt informiert, das den Ort langfristig prägen wird. In der öffentlichen Kommunikation der Gemeinde wird dabei von einer „Unterführung der Bahn“ gesprochen.

Hier die entsprechende Ausgabe der Gemeindezeitung „Der Bürgermeister informiert“.

Wir verwenden bewusst einen anderen Begriff: Neugestaltung des Bahnübergangs. Nicht aus Wortklauberei – sondern weil Sprache bereits Entscheidungen vorwegnehmen kann. Eine Unterführung ist eine mögliche Lösung, aber nicht die einzige. Genau deshalb ist es aus unserer Sicht wichtig, den Blick zu öffnen, bevor Fakten geschaffen werden.

Hintergrund: Erneuerung der Inneren Aspangbahn

Was ist gesichert – und was noch offen

Die Diskussion um die Neugestaltung des Bahnübergangs in Laxenburg steht nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit einer größeren Infrastrukturoffensive der ÖBB-Infrastruktur AG entlang der Inneren Aspangbahn. Im Zuge dieser Modernisierungsmaßnahmen sollen mehrere Bahnhöfe zwischen Wien-Kledering und Felixdorf technisch und baulich erneuert werden, darunter auch Stationen wie Traiskirchen, Trumau und Tattendorf – und im weiteren Umfeld steht die Station Laxenburg/Biedermannsdorf.

Geplant sind unter anderem barrierefreie Bahnsteige, modernisierte Sicherungstechnik und weitere infrastrukturelle Anpassungen. Nach den bisher veröffentlichten Informationen ist mit dem Start der Hauptarbeiten ab dem Jahr 2027 zu rechnen.

Zusätzlich wird entlang der Strecke in verschiedenen Bereichen moderne Sicherungstechnik eingebaut, etwa auch Signalanlagen und digitale Funktechnik (GSM-R). Diese Maßnahmen dienen der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs.

Vor diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, warum eine Diskussion über den lokalen Bahnübergang entsteht. Gleichzeitig ist es aus unserer Sicht wichtig, dass die Rahmenbedingungen klar dargestellt werden: Die Neugestaltung vor Ort steht im größeren Kontext der Bahnmodernisierung, aber Entscheidungen über konkrete Varianten, Zeitpläne und lokale Auswirkungen brauchen Transparenz, nachvollziehbare Kriterien und einen offenen Variantenvergleich.

Worum es uns jetzt geht

Der bestehende Bahnübergang ist für viele Menschen im Alltag spürbar:
Wartezeiten, Verkehrsbelastung, Lärm, Sicherheit – all das sind reale Themen, die nicht ignoriert werden dürfen. Dass Handlungsbedarf besteht, stellen wir nicht in Frage.

Was wir jedoch kritisch sehen, ist der bisherige Umgang mit dem Projekt:

  • Es gibt bereits Visualisierungen einer konkreten Lösung.
  • Öffentliche Diskussionen über Alternativen sind bislang kaum sichtbar.
  • Eine systematische Bürgerbeteiligung ist nicht erkennbar.
  • Ein Gesamtverkehrskonzept für den Ort wurde bisher nicht öffentlich vorgestellt.

Große Projekte brauchen offene Prozesse

Eine Neugestaltung des Bahnübergangs ist kein kleines Bauvorhaben. Sie bedeutet:

  • jahrelange Bauzeit,
  • erhebliche Belastungen für Anrainer:innen,
  • langfristige Auswirkungen auf Verkehrsflüsse, Ortsbild und Lebensqualität.

Gerade bei Projekten dieser Größenordnung halten wir es für unerlässlich, frühzeitig und transparent zu informieren – und nicht erst dann, wenn eine Lösung de facto feststeht.

Unser Zugang als SPÖ Laxenburg

Wir sind nicht grundsätzlich gegen Veränderungen. Wir sind auch nicht dagegen, nur um zu opponieren.

Aber wir sind klar dafür, dass Entscheidungen:

  • nachvollziehbar vorbereitet werden,
  • mehrere Varianten ernsthaft geprüft werden,
  • und die Bevölkerung rechtzeitig eingebunden wird.

    Konkret halten wir folgende Punkte für notwendig, bevor eine Grundsatzentscheidung getroffen wird:

    • einen offenen Variantenvergleich (nicht nur eine Lösung),
    • die Einbettung in ein Gesamtverkehrskonzept für Laxenburg,
    • transparente Informationen zu Kosten, Bauzeit und Auswirkungen,
    • und Formate der Bürgerbeteiligung, die diesen Namen verdienen.

    Warum wir dieses Thema jetzt aufgreifen

    Die Erfahrungen der letzten Monate – rund um Nahversorgung, Poststandort und andere Infrastrukturfragen – haben gezeigt, wie wichtig öffentliche Einordnung und Transparenz sind.

    Opposition bedeutet für uns nicht, Projekte zu verhindern. Opposition bedeutet, den Entscheidungsweg sichtbar zu machen. Genau diesen Anspruch werden wir auch bei der Neugestaltung des Bahnübergangs einbringen.

    Wie es weitergeht

    Dieser Beitrag ist der Startpunkt unserer Berichterstattung zu diesem Thema. Wir werden:

    • bekannte Informationen laufend einordnen,
    • offene Fragen benennen,
    • und unsere Position transparent weiterentwickeln.

    Wir laden alle Laxenburgerinnen und Laxenburger ein, sich an dieser Diskussion zu beteiligen – mit Fragen, Anregungen und unterschiedlichen Perspektiven. Denn eines ist klar:
    Wie der Bahnübergang künftig gestaltet wird, betrifft den gesamten Ort.

    🗣️ So können Sie mitreden

    Die Neugestaltung des Bahnübergangs betrifft viele Menschen in Laxenburg. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, sich einzubringen:

    • Feedback-Formular hier unterhalb
      Einschätzungen, Fragen und Anliegen anonym übermitteln. Wir sammeln eure Meinung und vertreten sie gegenüber der Gemeinde
    • SPÖ-Stammtisch (siehe Termine)
      Monatlicher Austausch und Diskussion in ruhiger Atmosphäre, jeden letzten Mittwoch im Monat um 18:30 im Restaurant Laxenburgerhof
    • Direkte Anfragen an die Marktgemeinde
      Schriftlich oder persönlich Anliegen vorbringen
    • Gemeinderatssitzungen & Informationsveranstaltungen
      Öffentliche Termine zur Information und Meinungsbildung
    • Gespräche im Ort
      Hinweise und Rückmeldungen an Gemeinderät:innen weitergeben

    Beteiligung lebt von unterschiedlichen Perspektiven. Jede Rückmeldung hilft, Themen sichtbar zu machen.

    Quellen zur Erneuerung der Inneren Aspangbahn

    ÖBB-Infrastruktur AG – Modernisierung der Inneren Aspangbahn (Bahnhöfe)
    Informationen zur Attraktivierung und Modernisierung mehrerer Bahnhöfe entlang der Inneren Aspangbahn (u. a. Traiskirchen, Trumau, Tattendorf), inkl. Zeitrahmen ab 2027:
    🔗 https://presse-oebb.at/news-neue-bahnhoefe-fuer-die-innere-aspangbahn?id=227488


    ÖBB-Infrastruktur AG – Technische Erneuerungen entlang der Aspangbahn
    Bericht über Investitionen in moderne Sicherungs- und Bahntechnik (z. B. Signalanlagen, GSM-R-Funk) entlang der Strecke:
    🔗 https://presse-oebb.at/news-service-fuer-die-aspangbahn?id=224599


    ÖBB-Infrastruktur AG – Network Statement (allgemeiner Rahmen)
    Offizielles Streckennutzungs- und Infrastrukturgrundlagendokument; enthält keine konkrete Zusage zu erhöhter Zugfrequenz für die Innere Aspangbahn, ist aber Referenz für Kapazitätsfragen:
    🔗 https://infrastruktur.oebb.at/de/partner/schienennetz/network-statement


    Hinweis: Öffentliche, verbindliche Angaben zu einer geplanten generellen Erhöhung der Zugfrequenz oder zu einem flächendeckenden Austausch aller Schrankenanlagen entlang der Inneren Aspangbahn liegen derzeit nicht vor. Entsprechende Aussagen sind in offiziellen ÖBB-Verlautbarungen bislang nicht konkretisiert.


    Wie stark betrifft Sie der Bahnübergang aktuell im Alltag?
    Fühlen Sie sich über die bisherigen Überlegungen zur Neugestaltung des Bahnübergangs ausreichend informiert?
    Woher haben Sie bisher Informationen zum Thema erhalten?
    Wie wichtig ist Ihnen, dass vor einer Entscheidung verschiedene Lösungsvarianten öffentlich diskutiert werden?
    Welche Aspekte sollten aus Ihrer Sicht besonders berücksichtigt werden?
    Welche Form der Bürgerbeteiligung würden Sie sich wünschen?
    Die Rückmeldungen dienen ausschließlich der inhaltlichen Einordnung und werden anonym ausgewertet. Sie ersetzen keine formalen Beteiligungsverfahren, sollen aber zeigen, welche Anliegen und Perspektiven im Ort bestehen.

    Bernhard Hansbauer (SPÖ Laxenburg)