Die Impfsaison 2026/27 wirft ihre Schatten bereits voraus, überall wird geschnupft, gehustet und geschneuzt.

- Gratisimpfung mit Startschwierigkeiten
- Echte Grippe oder Erkältung?
- Wie verläuft eine Influenza?
- Wo kann man sich in unserer Region impfen lassen?
- Welche weiteren Impfungen sind gratis?
Gratisimpfung mit Startschwierigkeiten
Die Influenza-Impfung ist in Österreich grundsätzlich für alle Menschen ab sechs Monaten kostenlos. Das gilt auch in Niederösterreich, unabhängig von der Krankenversicherung. Finanziert wird das öffentliche Impfprogramm gemeinsam von Bund, Ländern und Sozialversicherung.
Seit der Grippesaison 2023/24 wird die Influenza-Impfung in Österreich über ein öffentliches Impfprogramm von Bund, Ländern und Sozialversicherung finanziert. Die Impfung steht grundsätzlich allen Menschen ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat kostenlos zur Verfügung – unabhängig davon, ob sie krankenversichert sind.
Zum Start der Saison 2026/27 gibt es allerdings Schwierigkeiten: Der für breite Bevölkerungsgruppen vorgesehene Impfstoff Influvac Tri wird vom Hersteller verspätet geliefert. Betroffen sind insbesondere Erwachsene zwischen 18 und 59 Jahren, die sich derzeit in vielen Ordinationen noch nicht impfen lassen können.

Andere Impfstoffe sind bereits verfügbar: Für Kinder und Jugendliche zwischen zwei und unter 18 Jahren steht ein Nasenspray zur Verfügung, für Menschen ab 60 Jahren ein spezieller Impfstoff. Zusätzlich hat das Gesundheitsministerium 100.000 Dosen eines Ersatzimpfstoffs beschafft, der zunächst für Kleinkinder, Schwangere und bestimmte weitere Personengruppen vorgesehen ist.
Die Ärztekammer Niederösterreich kritisierte die Situation am 21. Oktober deutlich. Besonders unverständlich sei, dass ein vorhandener Impfstoff zwar bereits ab 50 Jahren zugelassen ist, im kostenlosen Impfprogramm aber grundsätzlich erst ab 60 Jahren verwendet werden darf.
Wichtig: Wer sich impfen lassen möchte, sollte vorab bei der jeweiligen Ordination nachfragen, ob ein geeigneter Impfstoff verfügbar ist. Die Liefersituation kann sich kurzfristig ändern.
Echte Grippe oder gewöhnliche Erkältung?
Der Begriff „Grippe“ wird im Alltag häufig für eine stärkere Erkältung verwendet. Medizinisch handelt es sich jedoch um zwei unterschiedliche Erkrankungen. Eine gewöhnliche Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, wird durch verschiedene Viren verursacht. Sie beginnt meist schleichend, mit Schnupfen, Halsschmerzen und Husten.
Die echte Grippe, die Influenza, wird dagegen durch Influenzaviren ausgelöst. Sie kann wesentlich heftiger verlaufen und den gesamten Körper betreffen.Typisch sind plötzlich auftretende Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, starke Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, trockener Husten und ausgeprägte Erschöpfung.
Wie verläuft eine Influenza?
Zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Beschwerden liegen gewöhnlich ein bis vier Tage. Bereits ungefähr einen Tag vor den ersten Symptomen können infizierte Personen ansteckend sein. Bei einem unkomplizierten Verlauf klingen die akuten Beschwerden meist innerhalb einer Woche ab. Husten und Müdigkeit können jedoch deutlich länger anhalten.
Nicht jede Influenza verläuft gleich: Manche Menschen entwickeln nur leichte Beschwerden oder überhaupt keine Symptome. Andere erkranken schwer und müssen im Krankenhaus behandelt werden. Zu den möglichen Komplikationen zählen Lungenentzündungen, Entzündungen des Herzmuskels sowie die Verschlechterung bestehender chronischer Erkrankungen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge, Schwangere und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.
Die Influenza ist daher keineswegs immer nur eine unangenehme Erkältung. Sie kann auch bei zuvor gesunden Menschen ernsthafte Folgen haben.
Wann beginnt die Grippesaison?
Die jährliche Grippewelle beginnt in Österreich üblicherweise im Dezember und erreicht ihren Höhepunkt häufig im Jänner oder Februar. Der genaue Verlauf unterscheidet sich allerdings von Jahr zu Jahr. Nach Angaben der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) war die Influenza-Aktivität Mitte Oktober 2026 in Österreich noch niedrig. Erste vereinzelte Fälle wurden bereits im September nachgewiesen.

Als günstiger Zeitpunkt für die Grippeimpfung gilt Mitte Oktober bis November. Nach der Impfung benötigt das Immunsystem etwa zwei Wochen, um einen entsprechenden Schutz aufzubauen.
Da sich Influenzaviren laufend verändern, wird die Zusammensetzung des Impfstoffs jährlich angepasst. Deshalb wird auch eine jährliche Auffrischung empfohlen.
Die Impfung verhindert nicht jede Ansteckung. Sie kann jedoch das Risiko einer Erkrankung und insbesondere schwerer Krankheitsverläufe und Komplikationen deutlich reduzieren.
Wo kann man sich in unserer Region impfen lassen?
Die kostenlose Influenza-Impfung wird in teilnehmenden Hausarzt- und Kinderarztordinationen angeboten. Auch Wahlärztinnen und Wahlärzte können am öffentlichen Impfprogramm teilnehmen.
Die Ärztinnen- und Ärztekammer NÖ führt auf ihrer Webseite eine Liste der Influenza-Impfordinationen in NÖ, die auch von Fremdpatientinnen und -patienten kontaktiert werden können. Wichtig und hilfreich: Auf dieser Liste kann auch überprüft werden, welcher Impfstoff angeboten wird:
- FLUENZ (nasaler Lebendimpfstoff): für Kinder und Jugendliche ab dem vollendeten 2. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr
- INFLUVAC TRI: für alle Altersgruppen ab vollendetem 6. Lebensmonat: inaktivierter trivalenter Impfstoff (mit Kanülen)
- FLUAD TETRA (adjuvantiert): für Personen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr (mit Kanülen)
In unserer unmittelbarer Umgebung werden hier (Stand 23.10.2026) Dr. Pechter in Münchendorf, Dr. Nouri und Dr. Wasserscheid in Wiener Neudorf oder etwa auch Dr. Kressler in Vösendorf erwähnt. In der Bezirkshauptstadt Mödling gibt es gleich 7 Ordinationen.
Wer keine Impfmöglichkeit in der eigenen Ordination findet, kann die offizielle Impfstellensuche nutzen oder sich an die ÖGK-Grippeimpf-Hotline unter 05 0766 501510 wenden.
Laut Impfstellensuche nehmen Hr. Dr. Bökemann und Fr. Dr. Meissnitzer im Ort an öffentlichen Impfprogrammen teil, bitte erkundigen Sie sich, welche Impfungen angeboten werden.
Eine weitere Möglichkeit bietet die Bezirkshauptmannschaft Mödling, Bahnstraße 2, 2340 Mödling. Informationen zu Terminen gibt das Fachgebiet Gesundheit unter 02742 / 9005-34570.
Der NÖ-Impfbus kommt in unsere Umgebung
Das Land Niederösterreich bietet im November außerdem kostenlose Impfungen ohne Voranmeldung in einem mobilen Impfbus an. Für unsere Region sind folgende Termine interessant:
- Schwechat: Mittwoch, 18. November 2026, 12–20 Uhr, Rathausplatz 9
- Perchtoldsdorf: Dienstag, 24. November 2026, 12–20 Uhr, Marktplatz vor dem Rathaus
Mitgebracht werden sollen e-card und Impfpass.
Im Impfbus werden neben der Influenza-Impfung auch kostenlose Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln, HPV, Pneumokokken und Gürtelrose entsprechend den jeweiligen Anspruchsvoraussetzungen angeboten.
Zu beachten ist, dass Schwangere, immungeschwächte Personen und Personen mit bestimmten weiteren medizinischen Voraussetzungen laut Land Niederösterreich im Impfbus nicht geimpft werden. Für diese Gruppen empfiehlt sich die Beratung und Impfung in einer Ordination.
Alle Standorte und Termine finden sich auf der Informationsseite des Landes Niederösterreich zum Impfbus.
Welche Impfungen sind außerdem kostenlos?
Neben der Influenza-Impfung stehen in Österreich weitere wichtige Impfungen kostenlos zur Verfügung.
Die SPÖ hat durchgesetzt, dass das Öffentliche Impfprogramm deutlich ausgeweitet wird. Neben der Influenza-Impfung und der bis Mitte 2026 verlängerten HPV-Nachholaktion für Menschen bis zum 30. Geburtstag werden ab Ende des Jahres auch Impfungen gegen Pneumokokken und Gürtelrose kostenlos für Menschen ab 60 Jahren und besonders gefährdete Personengruppen zur Verfügung stehen. Damit wurden wichtige Weichen für den Schutz der Bevölkerung gestellt.
Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig unterstreicht: „Pneumokokken, Gürtelrose und HPV sind keine Bagatellen – sie können schwere Erkrankungen verursachen, die oft vermeidbar wären. Gerade ältere Menschen und Risikogruppen profitieren enorm von einem frühzeitigen, kostenlosen Zugang zu diesen Impfungen. Es ist unser gesundheitspolitischer Auftrag, hier gezielt und evidenzbasiert zu handeln – für mehr Prävention, weniger Leid und eine effizientere Versorgung.“
COVID-19: Die Impfung wird im Rahmen des öffentlichen Impfprogramms kostenlos angeboten. Welche Auffrischung medizinisch empfohlen ist, hängt unter anderem vom Alter und individuellen Gesundheitsrisiko ab.
Pneumokokken: Seit Herbst 2025 ist diese Impfung für Menschen ab 60 Jahren sowie für bestimmte Risikogruppen ab 18 Jahren kostenlos. Pneumokokken können unter anderem schwere Lungenentzündungen verursachen.
Gürtelrose (Herpes Zoster): Ebenfalls seit Herbst 2025 ist die Impfung für Menschen ab 60 Jahren und bestimmte Risikogruppen ab 18 Jahren kostenlos. Gürtelrose kann schmerzhafte, teils lang anhaltende Nervenschmerzen verursachen.
Masern, Mumps und Röteln (MMR): Die Impfung kann unabhängig vom Alter kostenlos nachgeholt werden. In Niederösterreich ist auch die Verabreichung an den Gesundheitsabteilungen der Bezirkshauptmannschaften gratis.
HPV (Humane Papillomaviren): Die kostenlose Impfung steht Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab dem neunten bis zum 21. Geburtstag zur Verfügung. Sie schützt vor bestimmten Virusinfektionen, die verschiedene Krebserkrankungen verursachen können.
Für Kinder gibt es darüber hinaus ein umfassendes kostenloses Impfprogramm, unter anderem gegen Rotaviren, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B und weitere Infektionskrankheiten.
Nicht jede empfohlene Impfung ist automatisch kostenlos. Beispielsweise sind FSME-Auffrischungen für Erwachsene grundsätzlich selbst zu bezahlen, sofern keine besondere Kostenübernahme oder Förderung besteht.
Kostenlos sollte auch verlässlich verfügbar bedeuten
Das öffentliche Impfprogramm ist eine wichtige Maßnahme der Gesundheitsvorsorge. Die aktuellen Lieferprobleme zeigen allerdings, dass ein kostenloses Angebot allein noch keinen rechtzeitigen Zugang garantiert. Auch der Rechnungshof hat sich im Oktober 2026 mit den Gratisimpfungen gegen Influenza, Gürtelrose und Pneumokokken beschäftigt.
Er bemängelte unter anderem fehlende aussagekräftige Daten zur tatsächlichen Durchimpfungsrate und empfahl eine transparentere Kommunikation über Impfstoffmengen, Liefertermine und mögliche Engpässe. Gerade vor Beginn der Grippesaison ist diese Verlässlichkeit entscheidend. Wer sich rechtzeitig schützen möchte, sollte auch die Möglichkeit dazu erhalten – ohne lange Unsicherheit über die Verfügbarkeit des Impfstoffs.
Unser Servicetipp: Nutzen Sie die kommenden Wochen, um Ihren Impfpass zu überprüfen und offene Impfungen mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt zu besprechen. Wer sich gegen Influenza impfen lassen möchte, sollte die aktuelle Impfstoffverfügbarkeit vorab abklären.
Weiterführende Informationen und Quellen
- Österreichisches Gesundheitsportal – Influenza
- Öffentliches Impfprogramm – Influenza
- Land Niederösterreich – Grippeimpfung
- NÖ-Impfbus – Standorte und Termine
- Rechnungshof – Bericht zum Gratis-Impfprogramm vom 9. Oktober 2026
- Ärztekammer NÖ – Information zur Lieferverzögerung
Informationsstand: 23. Oktober 2026. Impfangebote, Liefertermine und Anspruchsvoraussetzungen können sich ändern. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.
Credits: Titel Foto von Bermix Studio auf Unsplash, Impfung Foto von Ed Us auf Unsplash, Virus+Spritze Foto von Iván Martínez Díaz auf Unsplash


